Innovative Energieorte in der Region Lausitz-Spreewald (Brandenburg)
"Interessierte aus ganz Deutschland werden in der Lausitz zukunftsweisende Energieorte vorfinden, in denen tragfähige Konzepte der Energieversorgung gezeigt werden." (Wolfgang Tiefensee, Bundesminister für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung am 30.01.2009 in Großräschen)
Ziele
Regional
Ziel ist es, als Region für einen Mix heimischer Energieträger zu stehen und nach Lösungen für die Energieversorgung von Morgen zu forschen und sie zu praktizieren.
Lokal
Etablierung verschiedener dezentraler Lösungsansätze mit Modellcharakter im ländlichen Raum - Energieortecluster.
Die Brandenburger Region Lausitz-Spreewald ist seit über einem Jahrhundert das Energiezentrum im Osten Deutschlands. Durch die Entdeckung und Nutzung der Braunkohle wurde im 19. Jahrhundert aus einem bislang landwirtschaftlich geprägten Raum eine Energie-Region. Auch heute stellt das Thema Energie ein wesentliches Entwicklungspotenzial für die Region dar.
Unter dem Leitbild "Innovative Energieregion Lausitz-Spreewald" stehen Energieeffizienz, Energieeinsparung, innovative Energietechnologien sowie Energiebewusstsein im Mittelpunkt der Arbeit. Die Innovativen Energieorte Lausitz-Spreewald sind als Teilprojekt einer Gesamtstrategie zu verstehen. Es wurden mit Unterstützung des BMVBS die vier Orte Uebigau-Wahrenbrück, Schipkau, Lichterfeld-Schacksdorf und Altdöbern ausgewählt.
Die einzelnen Vorhaben zeigen modellhaft, wie die dezentrale Nutzung von regenerativen Energien Versorgungssicherheit und Wertschöpfung in ländlichen Regionen schaffen kann und wie Ansätze zur Erhöhung der Energieeffizienz und des Klimaschutzes (Ausbau der Biogaserzeugung, energetische Nutzung regionaler Stoffströme, Nutzung des Prinzips der Kraft-Wärme-Kopplung, Aufbau eines lokalen Wärmenetzverbundes, energetische Gebäudesanierung) durch Kooperation mit regionalen Akteuren realisierbar sind.
Kurzbeschreibung des Projektes
Mit dem Projekt „Regenerative Energieversorgung und -einsparung in den Kommunen des ländlichen Raums der Landkreise Elbe-Elster und Oberspreewald-Lausitz" (kurz: Innovative Energieorte) sollen im Bereich der künftigen Versorgung ländlicher Siedlungskerne bei der Nutzung von heimischen regenerativen Potenzialen weitere Impulse gegeben werden. Das Projekt konzentriert sich hierbei auf die Identifikation und Entwicklung von Energiegemeinden, die ihren Energiebedarf zum größten Teil (bis zu 100%) aus regenerativen Energien decken können.
Das Projekt Innovative Energieorte Lausitz-Spreewald wurde im Rahmen des Forschungsprogramms Aufbau Ost vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung auf Initiative der Regionalen Planungsgemeinschaft Lausitz-Spreewald ausgeschrieben.
Der Auftakt des Projektes fand am 9. Juni 2008 unter dem Motto „Lausitz sucht den Zukunftsort" in einer öffentlichen Veranstaltung im Kraftwerk Plessa (Landkreis Elbe-Elster) statt. Hierbei wurden u. a. Best-Practice-Beispiele aus dem deutschsprachigen Raum vorgestellt.
Im Zuge eines Wettbewerbs wurden schließlich am 22. Oktober 2008 von einer Jury bestehend aus Vertretern der Bundes- und Landesebene und Vertretern der Region vier Orte mit ihren Projektideen ausgewählt. Zu diesen Orten zählen die Gemeinde Schipkau und die Gemeinde Altdöbern (beide Landkreis Oberspreewald-Lausitz) sowie die Gemeinde Lichterfeld-Schacksdorf und die Stadt Uebigau-Wahrenbrück (beide Landkreis Elbe Elster).
Als Ergebnis des Projektes sollen bis Ende 2010 Handlungskonzepte als Grundlage für die Realisierung der kommunal-initiierten Energieorte stehen. Gleichzeitig soll das Projekt Modellcharakter für weitere Gemeinden im ländlichen Raum der Planungsregion Lausitz-Spreewald entfalten.
In der Regel sind die Verwaltungen der Energieorte die Initiatoren und Motoren des jeweiligen Energieorte-Projektes. Die Projekte zielen aber auch auf eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung und auf die Einbindung wesentlicher Akteure (Bürger, Vereine, Schulen und sonstige Initiativen) in den Orten ab. Das Projekt dient dazu, Maßnahmen einzuleiten, mit denen die Konzepte der Orte umgesetzt werden sollen. Die jeweiligen Maßnahmen haben einen Pilotcharakter und sind beispielgebend für die gesamte Region bzw. das Land. Mit Ausbildung des Energieorte-Clusters Lausitz-Spreewald sollen auf einem begrenzten Raum unterschiedliche technische Lö-sungsmöglichkeiten der alternativen Energieversorgung bzw. neue Entwicklungschancen für ländliche Räume anschaulich dargestellt werden.
Das Gesamtprojekt setzt sich aus den zwei Teilprojekten „Vorbereitung der technischen Umsetzung" sowie „Clusterbildung und Koordination". Das Teilprojekt „Vorbereitung der technischen Umsetzung" wird bereits durch die ARGE IZES gGmbH Saarbrücken sowie BBP Bauconsulting mbH Berlin erarbeitet. Die Gesamtkoordination sowie Netzwerkarbeit (Clusterbildung) erfolgt durch die Regionale Planungsstelle der Regionalen Planungsgemeinschaft Lausitz-Spreewald.